Fischereisektor in Europa gegen Aufnahme Roten Thuns in CITES
15.02.2010
Cogeca forderte am Mittwoch die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, "nicht dem Druck der Umweltschützer nachzugeben und sich nicht für eine Aufnahme Roten Thuns in einen Anhang der CITES auszusprechen."
In einem heute an den Kommissionspräsidenten, die Kommissare Damanaki und Potocnik, die Vorsitzende des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments sowie die Umwelt- und Fischereiminister der EU-Mitgliedstaaten gerichteten Schreiben forderten der Präsident von Europêche Javier Garat und der Präsident der Fachgruppe "Fischerei" von Cogeca, Giampaolo Buonfiglio, die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, "nicht dem Druck der Umweltschützer nachzugeben und sich nicht für eine Aufnahme Roten Thuns in einen Anhang der CITES auszusprechen."
Die jüngsten Schlussfolgerungen der unabhängigen Wissenschaftler der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) von November 2009 gehen nämlich nicht in Richtung einer Aufnahme Roten Thuns auf die Liste des Anhangs I der CITES.
Desgleichen kam der Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschuss für die Fischerei der Europäischen Union (STECF) in seinem Bericht vom 13. November 2009 zu dem Schluss, dass der Bestand an Rotem Thun nicht vom Aussterben bedroht sei: "Angesichts der Tatsache, dass der Bestand das Potential zur Erholung hat, wenn die ICCAT-Empfehlung 08-04 angewandt und streng durchgesetzt wird, kommt STEFC zu der Schlussfolgerung, dass der westatlantische Blauflossen-Thun nicht vom Aussterben bedroht ist."
Diese Position wird von den Wissenschaftlern der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände des Atlantiks (ICCAT) geteilt, die auf eine Reihe guter Rekrutierungen verweisen, was auf einen Anstieg des Bestands an Jungfischen schließen lässt. Beide Präsidenten erinnern daran, dass dieses Jahr eine breit angelegte, umfassende Bewertungskampagne des Bestands an Rotem Thun stattfinden wird und dass es daher unlogisch und aus Sicht des Managements und der Tätigkeitsplanung der betroffenen europäischen Betriebe unannehmbar ist, in dieser Phase eine Aufnahme in die CITES zu erwägen, ohne die Ergebnisse der genannten Bewertung abzuwarten.
Eine derartige Entscheidung käme einer Diskreditierung und einer Bankrotterklärung aller internationalen mit der Bewirtschaftung des Roten Thuns befassten Organisationen (FAO, ICCAT), der europäischen Institutionen und ihrer Instrumente (STEFC, Europäische Kommission) sowie der Mitgliedstaaten gleich, die den Rettungsplan für Roten Thun im Jahr 2006 in die nationale Gesetzgebung überführt und ihn in den Folgejahren verstärkt haben.
Daher fordern die Präsidenten Garat und Buonfiglio umgehend,
* angesichts der bereits in den letzten Jahren in Europa zur Verbesserung des Bestands an Rotem Thun verabschiedeten Entscheidungen eine kohärente und verantwortungsvolle Position zu beziehen;
* die Ergebnisse neuer wissenschaftlicher Untersuchungen zum Bestandszustand im Herbst 2010 und im Sommer 2011 abzuwarten, bevor voreilige, irrationale, politische und unbegründete Entscheidungen getroffen werden;
* den Markt in einer Weise zu regulieren, die keinen Platz für Wilderei und illegalen Fischfang lässt;
* erneut darauf zu bestehen, dass die Vertragsparteien der ICCAT - wie bei den für die europäischen Flotten vereinbarten Anstrengungen - ebenfalls einen Plan zur Reduzierung ihrer Flotte für den Fang Roten Thuns einhalten;
* darauf zu achten, dass die Kommission - wie anlässlich der Sitzung des Rates "Landwirtschaft und Fischerei" vom 14.-16. Dezember 2009 zugesagt - gemeinsam mit den betroffenen Mitgliedstaaten eine Notfallbewertung zur besten und gezieltesten Verwendung von Finanzinstrumenten zwecks Hilfe an die Unternehmen in Bezug auf die sozioökonomischen Folgen der drastischen Reduzierungen durchführt, denen sie seit mehreren Jahren zugestimmt haben und die kein politischer Entscheidungsträger berücksichtigt.
http://www.proplanta.de/ 2010-02-12
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