Paris für verzögertes Verbot des Thunfischfangs
11.02.2010
Frankreich will ein Fangverbot für den vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisch nur mit Verzögerung akzeptieren.
Umweltminister Jean-Louis Borloo erklärte am Mittwoch, Paris schließe sich der Forderung Monacos an, den Roten Thunfisch auf die Rote Liste der gefährdeten Arten zu setzen. Dies solle aber erst nach einer Frist von 18 Monaten geschehen, um eine Bewertung der Bestände zu ermöglichen.
Die Umweltorganisation Greenpeace nannte diese Haltung «absurd». Von den alten Thunfischbeständen im Mittelmeer seien nur noch 15 Prozent vorhanden. Die Verzögerung des Artenschutzes bedeute, dass es zwei weitere Fangsaisons geben werde. An deren Ende sei kein Thunfisch mehr da. «Die Regierung erkauft sich auf diese Weise den sozialen Frieden mit den Fischern» vor der Regionalwahl im Frühjahr, erklärte Greenpeace.
Fürst Albert von Monaco hatte Frankreich aufgerufen, ein Fangverbot in der Europäischen Union nicht zu blockieren. «Die Durchschnittsgröße der im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfische hat sich in zehn Jahren halbiert», sagte er. Bei unbegrenztem Fang werde es 2012 keinen lebensfähigen Bestand mehr geben. Der Rote Thunfisch aus dem Mittelmeer wird vor allem für die Sushi-Produktion nach Japan exportiert. Italien hat sich Monacos Haltung bereits angeschlossen.
http://www.proplanta.de/ 2010-02-04
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