Weltweiter Sushi-Hunger bedroht Blauflossen-Thunfisch
07.08.2008

Der weltweite Hunger nach Sushi betroht den Roten Thun. Seit die Chinesen die Delikatesse entdeckt haben, spitzt sich die Gefahr zu. Das kostbare, bis zu 900 Kilogramm schwere Tier ist in seiner Existenz bedroht.

Denn seit die japanischen Köstlichkeiten Sushi und Sashimi auch international heiss begehrt sind, ist der auch als Roter Thun bekannte Fisch gefragter denn je. Das satt-rote Fleisch des Tiers nämlich gilt bei Liebhabern der Häppchen aus rohem Fisch als besondere Delikatesse.

Experten zufolge landen viel zu viele der Fische auf Tellern in aller Welt: "Schon der Verzehr in Japan war für den Blauflossen-Thunfisch eine Gefahr - dass Sushi-Bars jetzt auch in Europa in sind, hat ein Übriges getan", sagt Roberto Mielgo Bregazzi, Autor zahlreicher Berichte für Greenpeace und den WWF.

"Wenn jetzt auch noch der chinesische Markt wächst, ist das das Ende der Bestände", warnt Bregazzi. Der grösste Teil des Thunfisch-Fleischs wird nach wie vor in Japan verspeist: "Zwischen 80 und 85 Prozent des Blauflossen-Thunfischs, der im Mittelmeer gefangen wird, geht nach Japan", erläutert Jean-Marc Fromentin, ein Fachmann am französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.

Jährlich werden heutzutage mehr als 50 000 Tonnen Blauflossen-Thunfisch aus dem Mittelmeer gezogen. Der Internationalen Kommission zum Erhalt der Thunfisch-Bestände im Atlantik (ICCAT) zufolge dürften es aber höchstens 15 000 Tonnen sein, um den Bestand nicht zu gefährden. "Die Thunfisch-Industrie ist auf dem besten Wege, sich selbst zu Tode zu fischen", kritisiert Karli Thomas von Greenpeace.

http://www.baz.ch/ 2008-08-06

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